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Es gibt kein Zurück

Warum die alten Werbe-Methoden nicht mehr helfen

Die Vergangenheit war schön. Sie IST schön, sollte man sagen, denn wir haben sie im Kopf. Noch wertvoller wird sie dadurch, dass sie nie wiederkommt. Leider gibt es etwas, das „Gegenwart“ heißt, und aus dieser sowie ihrem schlecht sichtbaren Geschwisterlein „Zukunft“ – kommt unser Geld.

Die bekannten und bewährten Werbe-Methoden für die meisten Firmen sind und waren:

  • Gedruckte Werbung, in Zeitungen, Zeitschriften, Werbebeilagen und Flyern
  • Eine Internet-Seite
  • Fernseh- und Radiowerbung und Kinowerbung

Neuerdings kamen dann Webseiten, Social Media und Apps hinzu, und genau hier beginnt das Problem: Ihr altes Werbe-Budget ist gleich geblieben, aber es gibt jetzt hunderte von zusätzlichen Kanälen. Sie können nicht in jedem sozialen Medium einen „Channel“ eröffnen, denn der facebook Kanal allein ist schon ein ein halber Arbeitsplatz. Und wer kümmert sich dann um den wichtigen Kanal „TikTok“?

Viele Firmen lösen dies mit dem vernünftigen Ansatz, ein „Social Media Team“ einzustellen und dieses eben auf ein paar Kanälen, die den Team-Mitgliedern liegen, Werbung machen zu lassen. Dabei entsteht dann ein Werbe-Profil, das im Grunde widerspiegelt, welches Soziale Netzwerk diese besonders cool finden.

Professioneller wird das Vorgehen, wenn Sie regelmäßig überprüfen, in welchem Netzwerk Ihre Kundschaft oder Zielgruppe hauptsächlich aktiv ist. Auf TikTok Immobilien-Anzeigen zu schalten, ist vermutlich (aktuell, bei Erscheinen dieses Artikels im Juno 2026) keine glänzende Idee. Hier bedarf es gründlicher Analysen, um herauszufinden, wer die Kunden sind und wo im Netz sie sich aufhalten.

Dies ist allerdings immer noch ein „Top-Down“ Ansatz, bei dem SIE zunächst in Ihr Werbe-Angebot investieren. Das ist ein Risiko, denn auch ein teurer Werbeforscher kann sich irren. Schlimmer noch, es ist durchaus möglich, dass kurz, nachdem Sie herausgefunden haben, dass Twitter eigentlich das ideale Netzwerk wäre, dieses sich enorm verändert und Ihre Zielgruppe geschlossen zu „BlueSky“ abwandert. Das ist dann, falls Sie soeben 20 Premium-Konten auf Twitter, das plötzlich „X“ heißt, angelegt haben, schon ein wenig ärgerlich.

Sinnvoller ist darum ein „Bottom-Up“ Ansatz, den man auch „grass roots“ nennen kann. Sie merken schon, es kommt von unten.

Ausgangspunkt ist nicht das Netz, weil das Netz immer ein Reflex der Realwelt ist.

Ausgangspunkt ist die Wirklichkeit.

Ein moderner Ansatz, der auch den Gefahren der „Künstlichen Intelligenz“ (KI) gerecht wird, beginnt mit einer Aktion im echten Leben. Diese muss weder die größte noch die teuerste oder beste Aktion der Welt sein, sie sollte sympathisch sein. Sie sollte auch zu Ihnen passen.

Beispiele sind Preisausschreiben, Sponsoring, Hilfsaktionen, zweckgebundene Spenden, Gewinnspiele. Im Idealfall entsteht ein konkretes, greifbares Ergebnis und ein Event: Wir sammeln für eine Hüpfburg, verdoppeln das Sammlungs-Ergebnis, die Hüpfburg wird mit der Bürgermeisterin eingeweiht.

Diese Aktion verbinden Sie nicht mit Ihrem Angebot in der realen Welt, sondern Sie hypen sie mit einem multichannel und multimedia Konzept in möglichst vielen unterschiedlichen Medien und hoffen auf virale Verbreitung. Dieser Viralität können Sie auch ein wenig unter die Arme helfen.

Bei einer Aktion in der realen Welt sollten für Sie im Idealfall Vorteile entstehen, die genauso einzuschätzen sind wie bei der Zeitungswerbung: es sollte etwa das Doppelte des Geldaufwandes einbringen, sonst war es ein Verlust.

Bei Aktionen entstehen allerdings nicht nur kurze Momente der Wahrnehmung (Zeitungs-Annonce wird angeschaut und weggeworfen).

Bei modernen Aktionen, die Internet-Echo zum Ziel haben, entstehen ganz nebenbei:

  • nachhaltige Suchmaschinen-Wirkung
  • Medien (Fotos, PDFs, Filme)
  • Memes (Slogans, aussagestarke Grafiken)

Diese Medien wirken jahrelang, verbreiten sich und sie tragen ein Narrativ. Stellen Sie sich einfach hunderte von Videos lachender, hüpfender Kinder vor, die diese und ihre Familien SELBST begeistert im Internet publizieren.

Die Auswahl des Themas Ihrer Aktion sollte so unangreifbar wie möglich sein und ist im Vorfeld der wichtigste Arbeitsschritt überhaupt.

Dies ist kein Nachteil, sondern immer dasselbe Problem bei Werbung. Genauso wie die Frage, ob Effekte, die auf Ihre Werbung folgen, wirklich von der Aktion verursacht wurden oder ganz andere Gründe haben.

Die Grundsätze und Regeln bleiben dieselben, aber die Verteilung nicht. Viralität kann man nicht anordnen, man kann sie nur entstehen lassen. Eine soziale Aktion ins Leben zu rufen, klingt aufwändig, ist aber auch nicht teurer als Zeitungs- oder Fernsehwerbung.

Aber sie wirkt auf viel mehr Kanälen und sie wirkt ganz wesentlich länger. Diesen Vorteil sollten Sie nutzen. Neuerdings.